Überleben im Großstadtdschungel
06. August 2010, 17:22 Uhr
Politik & Weltgeschehen
…diese junge Frau hier weiß, wie es geht!
…diese junge Frau hier weiß, wie es geht!
Es gibt Neues vom attraktivsten Mann der Welt!
Der Schwede Fredrik Gredde (er hat einen Namen!), der uns, sitzend auf seiner roten Couch, gleichzeitig schön und geekig und begabt, schon mit großartigen (!)32 Songs in 8 Minuten und Serien-Intros musikalisch beglückte, hat wieder ein kleines Video gemacht um uns die- täterätäää- Wartezeit auf sein Album zu verkürzen! Oh, und er hat jetzt einen süßen Dreitagebart. Yay!
Ich bin vorgestern durch Zufall beim Zappen auf gotv gelandet (übrigends der beste Musiksender im deutschsprachigen Raum, wenn man mich fragt), wo gerade Jonathan Davis von Korn einige seiner Lieblingsvideos in der Rubrik “hosted by” (übrigend die beste Show bei Musiksendern im deutschsprachigen Raum, wenn man mich fragt) vorgestellt hat: Den Song “Love your Money” von der Band Daisy Chainsaw, eine Gothic-Punk-Rotz-Drogenband aus den frühen 90ern, deren Sängerin auch eine gute Kurt-Cobain-Ehefrau abgegeben hätte.
Diese Band verbindet einige Dinge, die ich, seit ich die Distillers kenne, an Bands besonders liebe: Kreischende, druffe Frontfrauen, Geschrammel, Weirdness, Zerstörung!
Ich wünsche euch viel Genuss beim folgenden, natürlich alptraumhaften Video:
Mit der Firma Honda setze ich mich schon mein ganzes Leben auseinander, weil mein Vater inzwischen seit fast 30 Jahren dort arbeitet. So hab ich auch alle Hochs und Tiefs irgendwie miterlebt und hab auch immer besonders aufgepasst, wenn eine Honda-Werbung im Fernsehen lief. Abgesehen von der einigermaßen coolen Tetris-Werbung für den Jazz war da aber eigentlich nie was besonders Auffälliges dabei.
Doch anscheinend sitzen da inzwischen ein paar eher visionäre Leute im Werbebereich der Firma, die sich ein bisschen mit dem Zeitgeist auseinandergesetzt haben und diese geschickt für die Werbung des neuen Jazz nutzen (zumindest in Australien):
Außerdem:
How much Rap
How much Massive
How much Ninja
Ich würde mir wünschen, dass solche coolen Werbeideen es auch nach Deutschland schaffen!
(via)

Wir haben ja erst letztens davon berichtet, dass bestimmte Großkonzerne einfach nicht die Finger von gewissen funktionierenden TV- Formaten lassen können, um sie dann nach Strich und Faden in die Wurstpresse zu stecken und irgendwie neu zu verfilmen, nur um ein paar Kröten rauszuholen. Dabei wird einfach alles vergewaltigt, was die alte Cartoonserie mal ausgemacht hat. As happened with Alvin & the Chipmunks. Doch was Nickelodeon da jetzt plant geht für meinen Geschmack wirklich, WIRKLICH zu weit: Eine Echtverfilmung von Cosmo & Wanda mit einem 23-jährigen Timmy, gespielt von mutherfuckin’ Drake Bell (!!!), der immer noch in die 5. Klasse geht (!!!), weil er nicht erwachsen werden will. Im Film geht es dann darum, dass Trudi zurück nach Dimmsdale kommt und Timmy sich wieder in sie verliebt. Er muss sich dann zwischen ihr und Cosmo & Wanda entscheiden. Das Ganze heißt dann “A Fairly Odd Movie: Grow Up, Timmy Turner!”. HALLOHO!?
Mal abgesehen davon, dass ich es für unmöglich halte, den Charme von der wunderbar schrägen und witzigen Serie in einem Realfilm zu übertragen, bereitet mir diese Besetzung, die gerade zu schreit “TEENIEKINDER, GEBT MIR EUER TASCHENGELD!”, einfach nur Schmerzen und ich beginne langsam, am Guten im Fernsehmenschen zu zweifeln. Wieso hätte es nicht einfach ein weiterer Trickfilm werden könnnen, und was verdammtnochmal kommt als nächstes? Ein Spongebob-Realfilm? Ein Hannah Montana Cartoon? Oh Gott, leider klingt das alles inzwischen gar nicht mehr so unrealistisch.

Wenn ich mir heute Lieder anhöre, die ich im Alter von 13-15 sehr geliebt habe, dann passiert etwas Komisches mit mir. Irgendwo zwischen Magen und Herzgegend fängt es an, zu stechen und mir wird ganz warm. Ich fühl mich plötzlich wunderbar und es kommt mir vor, als könnte ich alles machen, was ich will. Euphorie.
Es ist ein Gefühl, das mir vor allem so intensiv und großartig vorkommt, weil ich es, je älter ich werde, immer weniger zu spüren bekomme. Irgendetwas hat sich geändert, und es liegt mit Sicherheit nicht nur am Ende meiner Pubertät. Wo es früher Höhen und Tiefen gab, Hoch- Und Tiefpunkte, gibt es heute nur noch eine Horizontale. Bin ich abgestumpft? Ist mir alles egal geworden? Liegt es an den Menschen, die mich umgeben? Oder werden wir einfach nur alt?

Die Beziehung von mir zu meinen Hausaufgabenheften ist eine ganz besondere. Es ist eine sensible Beziehung, die lange reift, an ihren Aufgaben wächst und die jede Krise mit Zusammenhalt & Humor mit mir übersteht. Mein erstes kreatives und individuelles Hausaufgabenheft hatte ich in der 9. Klasse, als ich angefangen habe, darin rumzukritzeln und zu -schreiben. Meistens Songtexte von Green Day. Es handelte sich um ein Schüler-Hausaufgaben-Häfft und je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto intensiver wurde unsere Beziehung. Doch leider hat diese Art der Mensch-Objekt-Beziehung immer ein Verfallsdatum, und nach einem Schuljahr muss man sich wieder voneinander trennen. Ab diesem Zeitpunkt trifft man sich nur noch sehr selten, und wenn, dann auch nur, um sich an Vergangenes zu erinnern. Doch die gemeinsame Zeit ist vorbei.
Mit den Jahren lernte ich immer mehr über die Dynamik von Hausaufgabenheften, wurde experimentierfreudiger und ließ mich auf die Möglichkeiten ein, die mir meine Kameraden boten. Bei der Auswahl meiner einjährigen Freunde wurde ich immer wählerischer. 2008 schließlich verließ ich mein mir bekanntes Terrain der Häffte und kaufte mir ertmals einen Moleskine-Timer. Diese neue Beziehung, auf die ich mich da einließ, machte mir bewusst, wie viel mehr man doch mit so einem banalen Planer erleben kann. Die Unverbrauchtheit des Moleskine-Timers brachte meine Kreativität zum Bersten, und auch meine Freunde und Schulkameraden bemerkten die Leidenschaft, die ich meist während des Unterrichts für die leeren Seiten meines Begleiters entwickelte. Und wie die Jahre so vergingen und die Planer kamen und gingen, hinterließ ich eins: Vier dicke Bücher voll mit vollgemalten, vollgeplanten, quiteschbunten Seiten, die mehr von meinem Leben und meinem Alltag erzählen als es jedes Tagebuch zu tun vermag.
Und weil ich mich auch dieses Jahr schmerzlich von meinem neuesten Begleiter verabschieden muss und mir einfach zu viele Menschen sagen, dass ich das Buch irgendwie mit der Menschheit teilen muss, hab ich mir heute Nacht die Mühe gemacht und habe jede einzelne Seite eingescannt. Ich rate euch, euch alles recht detailgetreu anzusehen, weil da wirklich teilweise Lustige, aber vor allem seltsame Dinge zu finden sind. Oh, und um die Frage gleich zu beantworten: Ja, ich arbeite auch ab und zu mal im Unterricht mit. Und um euch das zu beweisen hab ich auch die Seite mit meinen Noten eingescannt, HA!
Ich wünsche euch viel Spaß bei den intimsten Momenten meines Alltages, mit Stift & Papier dargestellt & für die Ewigkeit festgehalten.

Man mische eine gute Grundlage an Wahnsinn mit einer kräftigen Prise Humor, gebe massenweise Farben und Formen hinzu, rühre alles gut um und backe es 20 Minuten bei 250°C… heraus kommt dann mit etwas Glück so etwas Großartiges wie die Zeichnungen und Malereien dieser 5 gutaussehenden Herren aus Kanada, die sich konträr zu ihrem Look als “Team Macho” bezeichnen. Ich würde mir jedes ihrer Bilder ins Zimmer hängen.
Sie erschaffen genau die Kunst, die ich gerne imstande wäre zu machen: bunt, schrill, verrückt, gutaussehend. Ein wahrer Augenschmaus.
Der inzwischen ohne Frage meistgehasste Font aller Zeiten hat es nicht leicht. Er kann machen was er will, einfach keiner mag ihn. Er verrottet nur noch auf Geburtstagseinladungen von 10-jährigen oder wird von PC-Losern benutzt, die denken, es wäre vielleicht “etwas peppiger”, ihn statt der Standartschrift zu verwenden. Wenn er ein Mensch wäre, dann hätte Comic Sans inzwischen sicherlich psychischie Probleme. Oder er scheißt auf uns.
Genau in diese Szene hat ein gewisser Mike Lacher hineinversetzt und hat einen wahrlich mindfucking Text aus der Sicht der Schriftart dazu verfasst:
(…)
It doesn’t even matter what you think. You know why, jagoff? Cause I’m famous. I am on every major operating system since Microsoft fucking Bob. I’m in your signs. I’m in your browsers. I’m in your instant messengers. I’m not just a font. I am a force of motherfucking nature and I will not rest until every uptight armchair typographer cock-hat like you is surrounded by my lovable, comic-book inspired, sans-serif badassery.
(via)

Niemand kennt dieses gottverdammte Geheimnis der Menschen aus Skandinavien. Es scheint, als hätten sie alle etwas an sich, dass sie alle ausnahmlos schön, gelassen und lebensfroh macht. Ein weiteres Exempel dafür möchte ich euch heute vorstellen.
Vom Blog, den ich euch jetzt ans Herz legen möchte, gebe ich zu, dass ich nicht weiß, wie man den Namen ausspricht, geschweige denn, was er zu bedeuten hat (ich tippe auf den Namen der Autorin, was ich aber irgendwie kaum glauben kann). Das trifft übrigends auch auf 99% der Texte zu, die dort veröffentlicht werden, da es sich um einen finnischen Blog handelt.
Jetzt werdet ihr sagen:”Öh, was finnisch, wasn Scheiß, versteh ich ja garnich!”- Nun denn, das mag zutreffen, doch auf irgendeine Art und Weise schafft es dieses wunderhübsche Hippiemädchen aus einem Ort namens “Tammisaari”, auch ohne ein einziges verständliches Wort, einen auf ihrer Internetpräsenz festzutackern, sodass man nicht mehr geht, bevor man nicht jede einzelne Seite durchgeklickt hat. Die Fotos, die sie dort zweigt, zeigen eigentlich keine besonderen Motive oder sind wahnsinnig gut gemacht, aber irgendwas strahlen sie aus, was einen fasziniert.