Eisenpimmel oder: wieso ich Asipunkbands so sympathisch finde
Johanna29. November 2009, 19:47 Uhr
Musik
Am Freitag auf einer Party voller lpolitisch linksorientierter Jugendlicher mit vielen antiimperialistischen Buttons auf den khakifarbenen Mützen: Ich geh an den musikabspielenden Laptop und mach mir wie immer nen Spaß drauß, total unangebrachte Musik zu spielen, in diesem Fall Gigi d’Agostino und “You can leave your head on”. Natürlich freuen sich wie immer ungefähr 5% überschwänglich, der Rest findet’s eher minder angebracht.
Jedenfalls steh ich da so an dem Laptop, da kommt ein netter Herr, der noch ungefähr an 30% seines Kopfes Haare hatte, in undefinierbarer Farbe, und dessen eindeutig gewollt zerschnittenes T-Shirt nurnoch von einer Nadel zusammengehalten wurde, zu mir an und drückte mir seinen 8GB- Datenstick in die Hand mit der Anweisung, ich soll doch mal was von Eisenpimmel spielen. “China haut Joe Cocker”- eine Hommage an “Sheena is a Punkrocker”, oder “Eichelbasisbruch”. Ich hatte nen Mordsspaß. Denn trotz aller Ideologie und trotz dem ganzen Kram, der in diesem Land schiefläuft, gibt es immer noch Leute wie Eisenpimmel, die das Ganze und sich selbst nicht so ernstnehmen, und nicht nur über die RAF und den doofen Kapitalismus schwadronieren, sondern auch einfach mal auf die Kacke hauen- “China haut Joe Cocker!” Herrlich. Und während in den Ecken des Raumes die Leute sich einig waren, dass Ulla Schmidt gefälligst ihr blödes Steuergelder- Auto nur zum Arbeiten benutzen soll und über die Gründung der 25. Generation der RAF gewitzelt wurde, dröhnte fröhlich Eisenpimmel aus den Lautsprechern- tolle Lieder aus dem Album “Liebesglocken grüßen dich (Alte Kacke II)”. Wieso ich mich mit so einem Mist tatsächlich auseinandersetze? Weil es bei so viel Ideologie auch mal gut tut, einfach über Kotze zu reden. Und weil es echt lustig ist. “China haut Joe Cocker”. Großartig.
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