2.09.2010
Henri02. September 2010, 07:57 Uhr
Geile Sachen mit Kindern. - Picture of the Day

Wir haben ja erst letztens davon berichtet, dass bestimmte Großkonzerne einfach nicht die Finger von gewissen funktionierenden TV- Formaten lassen können, um sie dann nach Strich und Faden in die Wurstpresse zu stecken und irgendwie neu zu verfilmen, nur um ein paar Kröten rauszuholen. Dabei wird einfach alles vergewaltigt, was die alte Cartoonserie mal ausgemacht hat. As happened with Alvin & the Chipmunks. Doch was Nickelodeon da jetzt plant geht für meinen Geschmack wirklich, WIRKLICH zu weit: Eine Echtverfilmung von Cosmo & Wanda mit einem 23-jährigen Timmy, gespielt von mutherfuckin’ Drake Bell (!!!), der immer noch in die 5. Klasse geht (!!!), weil er nicht erwachsen werden will. Im Film geht es dann darum, dass Trudi zurück nach Dimmsdale kommt und Timmy sich wieder in sie verliebt. Er muss sich dann zwischen ihr und Cosmo & Wanda entscheiden. Das Ganze heißt dann “A Fairly Odd Movie: Grow Up, Timmy Turner!”. HALLOHO!?
Mal abgesehen davon, dass ich es für unmöglich halte, den Charme von der wunderbar schrägen und witzigen Serie in einem Realfilm zu übertragen, bereitet mir diese Besetzung, die gerade zu schreit “TEENIEKINDER, GEBT MIR EUER TASCHENGELD!”, einfach nur Schmerzen und ich beginne langsam, am Guten im Fernsehmenschen zu zweifeln. Wieso hätte es nicht einfach ein weiterer Trickfilm werden könnnen, und was verdammtnochmal kommt als nächstes? Ein Spongebob-Realfilm? Ein Hannah Montana Cartoon? Oh Gott, leider klingt das alles inzwischen gar nicht mehr so unrealistisch.

Die Beziehung von mir zu meinen Hausaufgabenheften ist eine ganz besondere. Es ist eine sensible Beziehung, die lange reift, an ihren Aufgaben wächst und die jede Krise mit Zusammenhalt & Humor mit mir übersteht. Mein erstes kreatives und individuelles Hausaufgabenheft hatte ich in der 9. Klasse, als ich angefangen habe, darin rumzukritzeln und zu -schreiben. Meistens Songtexte von Green Day. Es handelte sich um ein Schüler-Hausaufgaben-Häfft und je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto intensiver wurde unsere Beziehung. Doch leider hat diese Art der Mensch-Objekt-Beziehung immer ein Verfallsdatum, und nach einem Schuljahr muss man sich wieder voneinander trennen. Ab diesem Zeitpunkt trifft man sich nur noch sehr selten, und wenn, dann auch nur, um sich an Vergangenes zu erinnern. Doch die gemeinsame Zeit ist vorbei.
Mit den Jahren lernte ich immer mehr über die Dynamik von Hausaufgabenheften, wurde experimentierfreudiger und ließ mich auf die Möglichkeiten ein, die mir meine Kameraden boten. Bei der Auswahl meiner einjährigen Freunde wurde ich immer wählerischer. 2008 schließlich verließ ich mein mir bekanntes Terrain der Häffte und kaufte mir ertmals einen Moleskine-Timer. Diese neue Beziehung, auf die ich mich da einließ, machte mir bewusst, wie viel mehr man doch mit so einem banalen Planer erleben kann. Die Unverbrauchtheit des Moleskine-Timers brachte meine Kreativität zum Bersten, und auch meine Freunde und Schulkameraden bemerkten die Leidenschaft, die ich meist während des Unterrichts für die leeren Seiten meines Begleiters entwickelte. Und wie die Jahre so vergingen und die Planer kamen und gingen, hinterließ ich eins: Vier dicke Bücher voll mit vollgemalten, vollgeplanten, quiteschbunten Seiten, die mehr von meinem Leben und meinem Alltag erzählen als es jedes Tagebuch zu tun vermag.
Und weil ich mich auch dieses Jahr schmerzlich von meinem neuesten Begleiter verabschieden muss und mir einfach zu viele Menschen sagen, dass ich das Buch irgendwie mit der Menschheit teilen muss, hab ich mir heute Nacht die Mühe gemacht und habe jede einzelne Seite eingescannt. Ich rate euch, euch alles recht detailgetreu anzusehen, weil da wirklich teilweise Lustige, aber vor allem seltsame Dinge zu finden sind. Oh, und um die Frage gleich zu beantworten: Ja, ich arbeite auch ab und zu mal im Unterricht mit. Und um euch das zu beweisen hab ich auch die Seite mit meinen Noten eingescannt, HA!
Ich wünsche euch viel Spaß bei den intimsten Momenten meines Alltages, mit Stift & Papier dargestellt & für die Ewigkeit festgehalten.
Der inzwischen ohne Frage meistgehasste Font aller Zeiten hat es nicht leicht. Er kann machen was er will, einfach keiner mag ihn. Er verrottet nur noch auf Geburtstagseinladungen von 10-jährigen oder wird von PC-Losern benutzt, die denken, es wäre vielleicht “etwas peppiger”, ihn statt der Standartschrift zu verwenden. Wenn er ein Mensch wäre, dann hätte Comic Sans inzwischen sicherlich psychischie Probleme. Oder er scheißt auf uns.
Genau in diese Szene hat ein gewisser Mike Lacher hineinversetzt und hat einen wahrlich mindfucking Text aus der Sicht der Schriftart dazu verfasst:
(…)
It doesn’t even matter what you think. You know why, jagoff? Cause I’m famous. I am on every major operating system since Microsoft fucking Bob. I’m in your signs. I’m in your browsers. I’m in your instant messengers. I’m not just a font. I am a force of motherfucking nature and I will not rest until every uptight armchair typographer cock-hat like you is surrounded by my lovable, comic-book inspired, sans-serif badassery.
(via)

Bild via meine Festplatte. Ich 2006.
Wir schreiben das Jahr 2005. Ich bin ein 14jähriges, pickliges Wesen mit schwarzbemalten Augen und nem bösen gestreiften Pulli an. Ich sitz genau da, wo ich jetzt auch sitze, allerdings lange nicht so allwissend wie jetzt, und schreibe gleichzeitig in MSN mit Pasue und Stephie, code meine alte Homepage und höre Green Day.
So sah mein Alltag aus, damals, in der Hochphase meiner Pubertät. Ich dachte damals, ich wär ANDERS, weil ich so rockige Musik hörte. Das Internet war damals schon mein bester Freund und hat mir 90% meiner Freizeit versüßt. Ich war unglaublich fanatisch. Green Day war damals meine absolut unbestreitbare Number One Lieblingsband. Natürlich fand ich eher die alten Sachen gut, wie sich das halt so gehört als krasser Rocker. Und wenn ich dann abends in meinem Bett unter meinem Ramonesposter lag, hab ich davon getäumt, dass ich irgendwann einmal in meinem Leben diese Band vielleicht live sehen könnte und sie mir dann alle meine Lieblingslieder spielen- von den alten Alben, von Dookie und Nimrod und Insomniac. Das war alles so weit weg, weil ich 14 war und mich unverstanden fühlte und es nie für möglich gehalten hätte, dass ich irgendwann mal jemanden außer meiner Mutter finden würde, der mich freiwillig auf ein böses Green Day Konzert begleiten würde.
Nun denn. Gestern war es soweit. Ich habe Green Day live gesehen, die ewigen und unbestreitbaren Helden meiner Pubertät. Wäre ich mit 14 auf dieses Konzert gegangen, hätte es mir alle Illusionen zerstört, die ich damals von den Rockern Green Day hatte: Es handelte sich oftmals eher um einen spaßigen Familienausflug für die Kleinen als um ein böses und gefährliches Rockkonzert. Der jüngste war gerademal 9, der älteste wahrscheinlich um die 60. Ein richtiges Treffen der Generationen. Das hätten sich Green Day in den 90ern bestimmt auch nicht träumen lassen- dass sie mal so überdurchschnittlich viele Minderjährige auf ihren Konzerten versammeln werden. Jedenfalls war dieses Open Air in Mainz fast schon ein kleines Festival- mit Fressbuden, Bitburger Getränkeständen mit 4€ pro Wasser und so weiter. Mein 14-jähriger Bruder, 2 Freundinnen ( bäm bäm)und ich kamen so pünktlich an und haben uns so taktisch klug herangetastet, dass wir es in den vorderen Bereich geschafft haben, sodass man Platz hatte und alles gesehen hat. Wir waren um 4 Uhr da. Erst haben eine halbe Stunde die Donots gespielt, die ich zwar eigentlich nicht so super finde, die aber ordentlich Stimmung gemacht haben. Sie haben es tatsächlich geschafft, mir etwas zu zeigen, dass ich auf 3 Jahren Festivalerfahrung noch nicht gesehen habe: Auf die Knie gehen und dann den Müll hochschmeißen. Sah phantastisch aus!
Danach haben noch Rise Against gespielt, die ich nicht so überzeugend fand. Zu wenig Stimmung. Allerdings kam bei Rise Against der Drummer von Green Day schon kurz auf die Bühne, um mit ihnen zu kickern- und da ist mir im ersten Moment schon das Herz in die Hose gerutscht, schließlich stand da einer meiner großen Helden auf einmal leibhaftig nur wenige hundert Meter von mir entfernt. Endorphinproduktion!
Als Green Day angefangen haben, zu spielen, hatten wir so unfassbar gute Plätze, dass ich, wenn ich auf die Zehenspitzen gegangen bin, jeden deutlich gesehen habe. Im ersten Moment war das unglaublich, aber man gewöhnt sich auch schnell an den Anblick seiner Helden. Zuerst wurden ein paar neue Lieder gespielt, die ich zwar alle kenne, aber nicht so knorke find wie den alten Kram (ich als trver Fan). Als Billie Joe dann irgendwann seine alte Gitarre “Blue” ausgepackt hat (die er hat seit er 11 ist), die unter Hardcorefans sowas wie der heilige Gral ist, wusste ich gleich: Jetzt kommt was für mich. “Do we have some Old School Green Day fans here?”. Ich: “HUAÄÄHAHA!!”. Dann haben sie erstmal einen Klassiker nach dem anderen rausgehauen, teilweise richtig alte Scheiße, die gefühlt außer mir keiner kannte (Going to Pasalaqua, aller! Vom ersten Album von 1990!). Meine Hand alleine oben, ich spring rum, alle um mich rum gucken mich verstört an, ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Das war mehr als ich mir jemals erhofft hatte- so alte Gurken, alle meine Lieblingslieder: She, Brain Stew, Jaded, King for a Day, Pulling Teeth, Time of your life, sogar ein Operation Ivy Cover! Alles begleitet von Feuerwerk und einer tollen Publikumsbeteiligung. So hatBillie Joe zB einen 13jährigen hochgeholt, der ein Lied für ihn gesungen hat und ihm voll die Show gestohlen hat, als er die Pommesgabel in die Lüfte reckte und “I LOVE YOU ALL!!” brüllte. “You are the new singer of Green Day! Ich bin scheiße.” Herrlich. Und natürlich haben sie wie immer auch wieder ihre Instrumente an Menschen aus dem Publikum abgegeben, die dann die 3 Takte nachgespielt haben. Göttlich. Also, mein neues Lebensziel: Beim Green Day Konzert auf die Bühne gezogen werden! Ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn es war vorm Wellenbrecher echt nicht voll und ingesamt haben sie 6 Leute hochgeholt. Auch ein Highlight war die T-Shirt Bombe, mit der sie gefühlt 3km weit T-Shirts in die Menge geschossen haben. Den Ruf der besten Liveband haben sie wirklich gut verteidigt. Das war eins der tollsten Konzerte, auf denen ich bisher war. Und ich war auf vieeelen Konzerten! Jedenfalls bin ich immer noch der glücklichste Mensch der Welt, musste mir ein paar Mal die Tränen verkneifen und kann jetzt einen Punkt auf meiner “Was du in deinem Leben unbedingt tun musst”-Liste abhaken. Meine Liebe für diese Band ist geradezu reaktiviert und ich werde- egal wiepussymäßig und Mainstream die sind- ihnen ewiglich treu ergeben bleiben! :D Ich verdanke dieser Band meine komplette musikalische Entwicklung- und das heißt, dass ich ihnen verdammt viel verdanke.

Sein Wunsch wurde erfüllt :)

Bilder © Sven-Oliver Schibat / hr3
“Better than in England!”
Oops, they did it again…
Hollywood hat es endgültig geschafft, meine Kindheit zu vernichten. Eigentlich war sie schon nach dem Transformers-Film nur noch ein Trümmerhaufen… Doch was dann folgte war nurnoch purer Sadismus. GI Joe? Dieser beschissene Streetfighterfilm über Chun-li? Oder schlimmer… Transformers 2?
Doch nach der 8. und 9. Plage sahnte und Hollywood die schlimmste aller Plagen… CGI-Remakes von alten Cartoonserien (Ich verweiße auf visuelle Vergewaltigungen wie Garfield oder Die Chipsmunks 1 & 2).

Falls wir nun glauben es sei vorbei mit der atomaren Kindheitsvernichtung, so unterschätzt ihr den Zerstörungswillen der geldgeilen Hollywoodproduzenten. Den noch in diesem Jahr haben wir das Vergnügen “Die Schlümpfe” in CGI zu erleben und NATÜRLICH in 3D! Ich war jetzt nicht der größte Schlümpfe-Fan, dennoch muss ich mir, nach genauem Anschauen des Trailers, doch die Frage stellen…
[youtube vfqonu6OSdQ]
WARUM???
Dank solchen Fehlproduktionen werden die Kinder von heute einen ganz anderen Blick auf Cartoonklassiker haben. Einen Blick der glaube ich, nicht im Sinne der Erfinder war.
Könnten die Mayas doch Recht gehabt haben? Noch in diesem Jahr werden wir von einem Karate Kid-Remake, einer Neuauflage des A-Teams und einem völlig unnötigen 4.Teil von Shrek belästigt. Im nächsten Jahr folgt schon das blaue Armageddon und dann? Welche Kindheitsidole will Hollywood noch pervertieren, bis die Welt untergeht?
Captain Planet, etwa? oder Wie wärs mit einer Handvoll Marvelhelden die noch nicht dran waren? Ein paar Spieleklassiker sind noch unbefleckt…
Es ist wohl nurnoch eine Frage der Zeit bis Hollywood uns auch das letzte Häufchen Kindheit ausgesaugt hat.
Heute haben wir uns wieder mal auf einen Trip nach Reichenbach-City gemacht um dort einen der größten Flohmärkte der Region zu bestaunen. Und wie man sich denken kann ist
Johanna + Henri + viele alte grausame und schöne Relikte aus den 80ern und 90ern = BIG LOOVE!
Wir hatten viel Spaß und haben auch die ein oder andere Sinnlosigkeit mit nach Hause genommen. Außerdem gab’s lecka Bratwoscht. So wurden biologischer & nerdiger Hunger vollkommen befriedigt und wir sind glücklich nach Hause gefahren.
Meine Ausbeute war dabei natürlich wie immer irgendwie größer, da meine Bereitschaft mein hart verdientes Geld für Schätze dieser Art rauszukloppen größer ist. Das Schönste erworbene Produkt war dabei klar die Skeletor-Figur für 5 (!!!) Euro, mit der ich jetzt jeden Samstag nach den Cartoons zusammen mit meinen Freunden spielen kann und auf jeder 10.Geburtstagsparty der King bin!!!
Ansonsten habe ich 2 DVD’s gekauft- Platoon und JSA (Joint Security Area), ein ausgezeichneter koreanischer Film. Abgerundet hat die Sache dann noch ein Pokerset für 4€, dass der Verwandtschaft in Albanien zukommen wird.
Wie immer wurden bei diesem Besuch auch wieder sämtliche Konsolenspiele mitgenommen- im heutigen Fall “Donkey Kong Country” und “Star Wars- The Empire Strikes Back” für die SNES.
Mein ehrwürdiges Weib hat- außer 2 Taschen für 3 Euro- noch eine supergeile “Immer Ärger mit Newton” (26 Folgen Motherfucker!!!) DVD gekauft, mit der sie nun stundenlang den zahlreichen Stunden ihrer Kindheit frönen kann, die sie vorm Fernseher verbracht hat.
Alles in allem ein erfolgreicher Tag :D
Wir wissen inzwischen alle: Wo Sinn & Verstand schlafen gehen, springt Tumblr gerade aus seinem Bett um auf Roboter-Einhörnern mit Monokeln ins Reich der supergeilen Dionosaurier zu entschwinden und dort nach Bildern von nackten Hipstern zu suchen.
Ein Paradebeispiel für diesen Orgasmus des Schwachsinns bietet uns folgende Seite.
GREATEST! TUMBLR! EVER! MOTHERFUCKER!
Der Bieber weiß übrigends davon und findet’s “witzig”.

Darf ich vorstellen: Greyson Chance, Sechstklässler & biggest living Womanizer.
Auf diesem Video singt er ein Cover von Lady Gaga’s “Papparazzi” und spielt dazu Klavier- vor lauter verschämt lächelnden Sechstklässlerinnen, die alle höcht angestrengt sind, nicht beeindruckt zu gucken bzw. nicht in Ohnmacht zu fallen.
Angeblich soll sich auch schon Lady Gaga höchtpersönlich bei dem Ladykiller gemeldet haben, um ihm zu sagen, dass er sein Talent fördern soll und sich möglichst “von Frauen fern halten soll”. Verständlicherweise.
Wenn ich jetzt 12 wär, wär ich verknallt. Ach, und irgendwie bin ich’s auch so. Go Greyson, Go Greyson!
(via)