
Heute durfte ich auf Nerdcore.de erfahren, dass das Internet offiziell für den Friedensnobelpreis 2010 nominiert wurde… Doch bevor ich jetzt Luftsprünge mache und mich über diesen kreativen Einfall freue, stellt sich mir die Frage…
Wofür eigentlich?
Sicher werden sich viele sagen, “Na weil es Kommunikation mit der ganzen Welt fördert und dadurch unsere Wahrnehmung der Menschen aus anderen Ländern ändert- also Völkerverständigung fördert”.
Ich glaube, im Internet ist es nicht anders als im realen Leben. Jeder will bei seiner Meinung bleiben und Fronten verhärten sich. Von Konsens kann da keine Rede sein. Es gibt friedliche Orte im Internet, die sich vorbildlich um Meinungsfreiheit bemühen, hinter denen auch vorbildliche Menschen stehen. Es gibt aber auch Orte, an denen Diskriminierung und Hass verbreitet wird, es gibt Kinderpornografie und es gibt die NPD- Website. Auch diese Seite des Internets existiert, und gehört dazu.
Andere werden vom Iran Sprechen um damit zu zeigen wie das Internet der einzige Ort ist an dem die Redefreiheit noch gilt. Doch bei der Masse an Informationen im Internet, spricht heute keiner mehr über den Iran.
Versteht mich nicht falsch, das Internet ist eine tolle Sache, doch irgendwie bildet sich eine Art Götter-Kult um das Internet und wir merken es überhaupt nicht. Und anstatt wirklich irgendetwas zu tun, hockt man doch mittlerweile lieber vorm PC und ärgert sich über die Welt.
Ich glaube zu wissen, dass mal Menschen den Preis bekommen haben, die ihr Leben dem Frieden und der Versöhnung verschiedener Völker gewidmet haben. Menschen, die Vorbild für uns alle sein sollten…
Es sollte bei diesem Preis nie darum gehen, dass ihn ein Mensch kriegt, der den absoluten Weltfrieden bringt, (diese Vorstellung ist natürlich lächerlich). Doch dass viele Menschen den Preis einer Erfindung/Maschine des US-Militärs (was man dabei nicht vergessen sollte) einem Menschen, der für Gerechtigkeit und Freiheit sein Leben aufs Spiel setzt- wie der chinesische Menschenrechtler Wei Jingsheng- vorzieht, bestürzt mich und lässt mich an der Realitätswahrnehmung vieler zweifeln.
Wie der amerikanische Schauspieler und Radiomoderator Fred Allen schon sagte (1894-1956):
Television is the triumph of machine over people.
Doch der kannte das Internet nicht…